Zeitzeugen

 

„Zeitzeugen“ der ersten deutsch- weißrussischen Begegnung vor 13 Jahren erinnern sich...

Stefan Hädicke (30) aus Trebnitz ist Sozialarbeiter und war Teilnehmer

Mit ihm sprachen Paul Wölfer und Lisa Tauschke


Sie sind erst 30 Jahre alt und treten bei uns als Zeitzeuge auf. Sie waren damals vor 13 Jahren beim ersten Brest-Projekt dabei, wie sind Sie zu diesem Projekt gekommen?
„Über die Schule, damals in der 11. oder 12. Klasse über den Russischunterricht, Petra Wilpert war meine Russischlehrerin. Im Unterricht haben wir das Projekt besprochen und sind dann nach Brest gefahren.

Wie waren Ihre Vorstellungen und Erwartungen von Weißrussland?
„Ich wusste wenig von Weißrussland, ich hatte nur die Vorstellung von Russland. Ich dachte, dass es aussieht wie in Russland, weil ein paar Jahre nach der Wende alles ziemlich kaputt war und alles noch nicht soweit entwickelt war. Was wir auf jeden Fall geahnt hatten, war die Gastfreundschaft. Ich hatte von ihr gehört und das hatte sich bestätigt. Das war der Wahnsinn.

Erzählen Sie mal…
Wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir 50 Mark Taschengeld mitbekommen von unseren Eltern. Was wir für diese Tage mithatten, war dort ein ganzer Monatslohn.Das war so krass, was ich immer noch so im Kopf hatte. Wenn man dann noch auf der anderen Seite gesehen hat, wie man abends bewirtet wurde, schöne Feste gefeiert wurden, wo man gedacht hatte: Oh Kacke, wir essen euch jetzt die Haare vom Kopf! Nee, es war einfach schön. Die Gastfreundschaft ist einfach so im Kopf geblieben.

Außer dieser Gastfreundschaft, was hat Ihnen der Austausch mit Brest für Ihr weiteres Leben noch gebracht?
Die Offenheit, sich mit anderen Kulturen auseinander zu setzen. Gerade wenn man jung ist. Die Erfahrungen, die ich damals gesammelt habe, sind in meinem Kopf geblieben.

Sind bei dem Projekt mit Weißrussen Freundschaften entstanden?
Es sind Freundschaften entstanden, die sind aber schnell wieder abgebrochen. Wir hatten uns damals auch noch geschrieben und dann sind sie ja auch noch mal hier gewesen. Einer von uns hatte sich in eine von dort verliebt, darum hatte man auch einen intensiveren Kontakt gehabt. Wenn man sich dann nicht mehr so oft sieht und die Schule beendet wurde, ist der Kontakt dann nicht beibehalten worden.

Was wünschen Sie dem Projekt?
Ich hoffe, dass dieses Projekt noch lange erhalten bleibt und die Jugendlichen sich weiterentwickeln können.