Interview mit Zeitzeugen

 

„Zeitzeugen“ der ersten deutsch- weißrussischen Begegnung vor  13 Jahren erinnern sich...

 

 

bild petra

Petra Wilpert (50) aus ist Seelow ist Lehrerin und begleitet seit 1996 und damit von Beginn an die Begegnung.

Mit ihr sprachen Julia Ostapuk und Katia Khramykh

Wieso ist Ihnen nach 13 Jahren das Projekt so wichtig?
Ich denke es ist sehr wichtig für  Schüler, dass man sich und die unterschiedlichen Wertevorstellungen, die jeder hat, gegenseitig kennen lernt. Wir sollten voneinander lernen. Vielen Schülern, die früher dabei waren, hat es immer so gut gefallen, dass sie mehrmals dabei sein wollten. Und die haben mich mit ihrem Enthusiasmus angesteckt.

Welche Veränderungen sind Ihnen in dieser Zeit aufgefallen?
Was eigentlich sehr positiv ist, wir können mittlerweile relativ selbstständig in Weißrussland arbeiten. Diese Projekte finden ohne große Kontrolle und Aufsicht statt. Als wir noch am Anfang im Hotel wohnten, wurden wir stark beobachtet, sehr kritisch betrachtet. Viele stellten sich die Frage: „Was machen die Deutschen hier?“ Projektarbeit war damals überhaupt nicht vorstellbar. Niemand wusste, was es ist. Man hat damals in Weißrussland grundsätzlich keine Projektarbeit gemacht, nur Austausch ohne Arbeitsergebnis am Ende.

Was veränderte sich in der Projektarbeit?
Anfangs hatten wir zwei Gruppen: eine Videogruppe und eine Kunstgruppe, die eine Ausstellung machte. Später kamen noch eine Fotogruppe und eine Dokumentationsgruppe dazu. Am Anfang haben wir sie nach den Nationalitäten getrennt gearbeitet: Deutsche und Weißrussen. Aber seit etwa acht Jahren mischen wir sie, was eigentlich günstiger ist, weil man zusammen an einem Thema arbeitet.

Ist das Interesse am Projekt seit 1996 bei den Schülern gestiegen?
Eigentlich ja. Wir haben hier Schüler, die seit der 7. Klasse am Projekt teilnehmen. Alle anderen Schüler sind dann erst später eingestiegen. Aber ein Großteil macht immer wieder mit. Und ich denke, manche lernen in dieser Woche wesentlich mehr als in der Schulwoche. Ich denke da an soziale Kompetenzen.

Was gefällt Ihnen und Ihren Schülern in Brest?
Die Gastfreundschaft, sie ist etwas, was man nicht beschreiben kann, man muss es einfach erleben. Die weißrussischen Menschen sind anders, es wird alles gegeben, um seine Freude zu zeigen, man freut sich, wenn die Gäste im Haus sind. Und nach 13 Jahren ist es gleich geblieben.                          

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Begegnung?
Wünschenswert wäre, dass die Begeisterung anhält und dass wir natürlich auch Wege und Mittel finden, um das Projekt weiterleben zu lassen.